Infoveranstaltung zu aktuellen Druse-Erkrankungen in der Tierklinik der Uni Leipzig

Druse bzw. die Lymphadenitis equorum purulenta gehört zu den hochkontagiösen fieberhaften Infektionskrankheiten beim Pferd mit Vereiterung der regionären Lymphknoten vor allem im Bereich der oberen Atemwege mit Entzündungen der Schleimhäute. Die Erkrankung wird durch die Bakterienspezies Streptococcus equi subspezies equi (Strep. equi equi) hervorgerufen. Vorrangig betroffen sind die Kehlgangs- und Rachenlymphknoten als Zielorgane im Bereich der Ganaschen und des Unterkiefers. Der Erreger ist hochansteckend und kann auch mittels kontaminierter Gegenstände, Kleidung oder Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Besonders empfänglich sind jüngere Pferde, aber auch erwachsene und auch sehr alte Tiere können erkranken. Die Infektionserkrankung beginnt mit einer Fieberphase, wobei innere Körpertemperaturen bis an und über 40 °C erreichen können. Gleichzeitig fallen oft Appetitlosigkeit und Mattigkeit des Pferdes auf, gefolgt von meist beidseitigem schleimig-eitrigen Nasenausfluss mit weißer Farbe sowie Schwellung der Lymphknoten im Kopfbereich. Der anschließende Durchbruch der reifen Abszesse kann sowohl nach innen in die Luftsäcke des Pferdes als auch nach außen (Aufbrechen durch die Haut) erfolgen. Nach Öffnung des Abszesses sinkt die Körpertemperatur des Pferdes rasch wieder und die Pferde fühlen sich schon viel besser. Dennoch sind sie Träger des Erregers und zudem auch Ausscheider! Eine isolierte Aufstallung mit entsprechender Quarantäne ist unentbehrlich. Nicht immer verläuft die Erkrankung so klassisch und eindeutig. Daher ist eine effektive Diagnostik durch den Haustierarzt unter Verwendung von gezielten Spülproben, Erregernachweis und ggf. Endoskopien notwendig. Diese frühzeitige Diagnostik & Befundung ermöglicht dem Stallbesitzer entsprechende Management-Maßnahmen zu ergreifen.

 

Aus aktuellem Anlass findet eine Informationsveranstaltung zum Druse-Ausbruch, Management, Umgang und Vorsorge für Pferdehalter am 23.06.2016 an der Medizinischen Tierklinik Leipzig, An den Tierkliniken 11, 04103 Leipzig statt. Beginn ist 17 Uhr, die Teilnahme ist kostenfrei, wir bitten jedoch um Anmeldung bis zum 20.06.2016 an: tina.doegl.@vetmed.uni-leipzig.de oder telefonisch 0341-9738320.

Referenten: Prof. Dr. DipECEIM G.F. Schusser, Dr. DipECEIM St. Recknagel

 

Eine kurze Fortbildung für Tierärzte zu diesem Thema ist im Herbst 2016 geplant, inklusive praktischer Übungen. Mehr Informationen finden Sie zu entsprechender Zeit auf der Homepage der Medizinischen Tierklinik Leipzig:

www.vetmed.uni-leipzig.de/ik/wmedizin/

Titelfoto: Christian Ahlmann mit Ailina, Foto: Thomas Hellmann
Aktuelle Ausgabe, September 2018