Eine große Beschälerkarriere ging zu Ende Lauries Crusador xx ist tot

Lauries Crusador xx Foto: Marc Rühl
Lauries Crusador xx Foto: Marc Rühl

Mit dem Tod von Lauries Crusador xx verlor das Landgestüt Celle am 22. Oktober 2013 den wohl renommiertesten Vollbluthengst der letzten Jahrzehnte. Vor wenigen Wochen konnten sich die Hengstparadenbesucher noch an seinem gewohnt frischen Auftritt erfreuen.

Eine Woche vor seinem Tod erkrankte Lauries Crusador xx plötzlich an einer Kolik. Die Blutwerte deuteten auf eine schwere Milzerkrankung hin. Um ihm eine beschwerliche OP  zu ersparen, entschied das Landgestüt dem treuen 28jährigen Vererber seine letzten Tage zu Hause so schön wie möglich zu machen. Am  Morgen des 22. Oktober erlitt er einen erneuten Kolikschub und wurde, da ohne Aussicht auf Heilung, eingeschläfert. Sein jahrelanger Begleiter, HSM Fred Müller, stand ihm auch auf diesem letzten Weg treu zur Seite.

 

Lauries Crusador xx wurde 1985 in England geboren und begann seine Laufbahn auf den Galopprennbahnen. Er erreichte ein GAG von 90,5 Kilogramm und erhielt damit den Zugang zu den Warmblutzuchten Deutschlands. Der vor einigen Jahren verstorbene renommierte Hengsthalter Maas J. Hell entdeckte den Braunen. Bald darauf wirkte Lauries Crusador xx im Niedersächsischen Landgestüt Celle als Veredler. 23 Jahre seines Lebens verbrachte der treue Vererber am Landgestüt. Seit 1991 reiste der Hengst jedes Jahr von März bis Juli in seine zweite Heimat, auf die Besamungsstation in Landesbrück.

Kaum ein zweiter Vollblüter hat die deutsche Warmblutzucht so geprägt wie dieser englische Beschäler: 2.713 Fohlen hat er gezeugt, 264 Stuten wurden mit der Staatsprämie ausgezeichnet und 55 Söhne vom Hannoveraner Verband gekört. Unter ihnen der Ausnahmehengst Londonderry mit seinem hocherfolgreichen Sohn Londontime. Neben seiner eigenen Hengstlinie am Landgestüt dominierten seine Töchter über Jahre die Klasse der Halbblutstuten auf der Herwart von der Decken-Schau.

Und auch aus sportlicher Sicht steht Lauries Crusador xx für Leistung pur: Insgesamt brachte er 712 erfolgreiche Turnierpferde. 75 von ihnen schafften den Sprung in die schwere Klasse der Dressur, so auch Le Bo mit Carola Koppelmann. Lesotho mit Ellen Schulte-Baumer und Louis Heslegard mit Gerda Lehmann gehörten dem Olympiakader an. Bei den Weltreiterspielen in Aachen ging Le Primeur mit Marie-Line Wettstein für die Schweiz an den Start. Und Lanzelot sammelte bereits 2009 die ersten Internationalen Platzierungen mit Elmar Lesch in der Vielseitigkeit.

Diese einmalige Erfolgsgeschichte eines Vollblüters machte Lauries Crusador xx im Jahr 2006 zum ersten und bislang einzigen nicht-hannoversch gebrannten Hannoveraner Hengst des Jahres.

Foto: Cavalluna
Aktuelle Ausgabe, Dezember 2018